Monat: März 2016

Xanthos – Teil 1

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Steinsplitter regneten vom Sims des Gebäudes, doch niemand bemerkte es.
Selbst die Wenigen, die inmitten des Gewitters vorbeieilten, achteten nicht auf die steinerne Löwenstatur, die ihre brökelnde Hülle abwarf.

Missmutig ließ er seinen Blick über die regennasse Straße unter sich wandern.
Seit Tagen strömte es nun schon ohne Unterlaß. Aber zumindest musste er so nicht besonders darauf achten, gesehen zu werden. Denn kein Mensch sah hinauf in die dunklen Wolken und auf die Fassade der ehemaligen Klinik.

Mit einem Knurren schüttelte er den Kopf, sodass Tropfen in alle Richtungen spritzten.
Wäre er nicht von Natur aus unglaublich geduldig, hätte er schon vor Stunden beschlossen, dass es für diese Nacht reichte.

Doch er war einer der Letzten seiner Art und sah es deshalb als seine Pflicht weiterzumachen.

Und so konzentrierte er sich wieder auf das Leben unter sich.

Kurhaus_Bad_Hamm

Es kam vor, dass Jugendliche in das leerstehende Gebäude einstiegen, um Alkohol mit etwas Nervenkitzel zu mischen.
Doch genauso geschahen in den langen Gängen und abzweigenden Räumen Dinge, die er nicht einfach hinnahm.

So wie vor einigen Wochen, als zwei lachende Typen eine junge Frau durch einen der Eingänge schleiften.
Sie kamen nur soweit, ihr Opfer zu Boden zu stoßen und ihr das Messer an die Kehle zu drücken.
Die Drohungen, die mit Sicherheit keine leeren Versprechen waren, konnten sie nie in die Tat umsetzen.

Denn in dem Moment, als die Klinge ihre Haut ritzte, sprang ER durchs offene Fenster herein, fegte wie ein Schatten durch den Raum und schleuderte den ersten Angreifer quer durch die Halle.
Während dieser noch jammern wegkroch, war sein Kumpan schon an der Reihe.
Was später auf übermaßigen Drogenkonsum geschoben wurde, war der Anblick eines riesigen Löwen, der mit gefletschten Zähnen auf ihn zusprang, mit einem einzigen Hieb der Pfote seine Jacke zerriss und ohrenbetäubend brüllte.
Wären die Beiden nicht gerannt, so hätten sie den nächsten Tag vielleicht nicht erlebt.
Die Frau sah zitternd zu ihrem Retter auf und fragte wer er sei. „Xanthos“ antwortete dieser dröhnend.
Doch sie hörte ihn garnicht, schüttelte nur immer wieder den Kopf und murmelte etwas von Halluzinationen.

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Das Wahre

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In dieser schnellen Welt,
zählt für fast alle nur das, was man selbst erhält.
Doch seht stattdessen den wahren Wert dieses Lebens,
das Schöne des bedingungslosen Gebens und nicht das eigennützige Fordern, immerzu gierigen Nehmens.

Wenige erkennen das Herz hinter der Fassade,
sehen das Echte in diesem Meer emotionaler Blockade,
fühlen die Liebe der verwandten Seele,
die Gefühle, ein ganzes Heer,
ihre Kraft und das bleibende Glück, auf das man nichts davon verheele.

Zueinander stehen, bis zum letzten Tag,
Durch gut und bös‘, was auch immer da noch kommen mag.

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