Monat: April 2016

Xanthos – Teil 2

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Er sah sie aus klugen gold-braunen Augen an und verschwand so plötzlich, wie er gekommen war.

 Mit einem unwilligen Knurren vertrieb er die Erinnerung. Eine von vielen. Es brachte nichts, darüber nachzudenken.
Denn in seinem Herzen wusste er genau, weshalb diese Bilder vor seinem inneren Auge abliefen wie Filme.
Er war allein und dies schmerzte das große Wesen so sehr, dass selbst solch traurige Treffen mit den Menschen ein kleiner Trost waren.

Mit diesen Gedanken erstarrte er vor den ersten Sonnenstrahlen erneut zu Stein.

Laut zwitschernd saß der kleine Spatz auf seinem Platz. Aufgeregt trippelte er nach links und rechts, bis plötzlich der Boden unter ihm zu vibrieren begann.

Empört flog er auf und fing sofort nach der Landung an zu schimpfen.

Das Ziel seiner Beschwerden interessierte sich jedoch nicht im Mindesten dafür.
Xanthos hatte anderes im Kopf.

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Um auf andere Gedanken zu kommen, tigerte er lautlos auf dem Dach umher und musterte die Stadt zu seinen Tatzen.
So entging ihm nicht, dass ein Junge durch die Pfützen hüpfte, vollkommen vertieft in sein Tun und trotz der späten Stunde allein zu sein schien.
Es erschien ihm seltsam, dass das Kind in dieser düsteren Umgebung so unbedarft war.
Xanthos beschloss, ihn im Auge zu behalten und folgte dem Jungen auf der steinernen Umrandung des Gebäudes.

Plötzlich schoss der Kopf des Kindes hoch und es starrte in eine der Seitengassen.
Dem Löwen war sofort klar, was sich da näherte.

 

Er sprang mit zwei großen Sätzen hinab und landete elegant neben dem kleinen Menschen.
Dieser blickte zu dem riesigen Tier auf und sagte mit großen Augen „Hallo, du bist ja eine große Katze.“
So eine Reaktion hatte Xanthos noch nie erlebt. Jedes Mal wenn er einem Menschen den Blick auf sich gewährte, folgten Panik, Ablehnung, Furcht oder der Zweifel an den eigenen geistigen Fähigkeiten. Manchmal auch mehreres davon gleichzeitig.
Und nun ging der Knabe mit ihm um, als sei das Ungewöhnlichste an seiner Erscheinung, dass er größer als eine Hauskatze war.

Doch er überwand sein Erstaunen schnell und grollte: „Schnell ins Haus, lauf!“
Der Junge sah noch einmal zur Straße zurück, die den Löwen so zu fesseln schien und gehorchte dann.

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Buchstabenmeer

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Gebleichte Haut voll Pigment,       
erhält so ein unendlich altes Kontingent. 

Unscheinbares Gewand, 
doch strahlend schön,

ging schon durch manche Hand,
von dunkel bis leuchtend erhellt,

bietet Halt in dieser so rasenden Welt,
auf das im Geist ein wenig Ruh ertön‘.                                        
    
Birgt zwischen den Deckeln alles unterm Himmelszelt,
hat die Antwort auf jede Frage,  selbst wenn noch ungestellt.               

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Trotz hohem Alter stets neu erwacht‘,      
widersteht mit stillem Worten aller Zeit,
was je von Menschenhand erdacht‘,                                               
hält für jeden schier endloses Wissen bereit.

ZuHAUS

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Du bist vielleicht nicht riesengroß, 
doch in dir war und ist ständig etwas los  

Hast uns behütet und beschützt,
was auch kam,  dein Dach hat jedem von uns Vieren genützt.

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In dir steckt soviel Arbeit und auch  Kraft,
das ist es,  was dich unaustauschbar macht.

Im Laufe der Jahre hat sich dein Gesicht so manches Mal gewandelt,
gingst stets mit, folgtest der Hand,  die mit Stein und Holz umsichtig handelt.

Wir sehen in dir unser Heim,
auch wenn wir teils woanders leben,
Zuhause wird immer bei dir sein,
denn solch‘ Geborgenheit kann nur selten ein Ort geben